Skispringen

Peier will die WM-Bronzemedaille bestätigen

Der Gewinn einer WM-Medaille verpflichtet. Killian Peier spürt den Druck, seinen Coup bestätigen zu müssen. Um an der Form zu feilen, springt er auch im Renndress von Wendy Holdener über die Schanze.

Geschafft! Killian Peier lässt nach dem Gewinn von WM-Bronze den Emotionen freien Lauf.

Die Bilder von Innsbruck, auf denen Killian Peier und seine Teamkollegen ihren Emotionen freien Lauf lassen, bleiben für die Schweizer Öffentlichkeit von den nordischen Weltmeisterschaften 2019 prägend in Erinnerung. Als die Zahl 3 aufleuchtete, gab es für den Waadtländer kein Halten mehr. Innert Sekunden wurde er von Simon Ammann, Andreas Schuler und Luca Egloff zu Boden gerissen und dann auf den Schultern durch die Arena am Bergisel getragen. Das österreichische Fernsehen ORF wählte die Szene sogar zum Bild des Tages.

Die Bronzemedaille kam unerwartet, zumal Peier bis heute im Weltcup noch kein besseres Resultat als einen 7. Rang vorweisen kann. Der 24-Jährige fühlte sich Glauben bestärkt, dass er es als Sportler an die Spitze schaffen kann, zumal er im Vorjahr die Olympia-Qualifikation verpasste hatte. Um täglich an die eigenen Stärken erinnert zu werden, platzierte er die Medaille gut sichtbar in seiner Wohnung in Einsiedeln. Nach einigen Monaten allerdings verstaute er das Edelmetall in der Schublade. Das Sommertraining verlief zäher als erwartet. Der Anblick der Medaille liess zunehmend das Gefühl von Druck hochkommen. Die Gedanken an die Bestätigung des Coups nahmen Überhand.

Ob Zufall oder nicht: In der unmittelbaren Vorbereitung auf den Winter stiegen die Trainingsleistungen markant an. In den Trainingslagern in Zakopane und Garmisch-Partenkirchen tankte Peier Moral. "Ich habe meinen Grund-Sprung wieder gefunden. Mit meinem Niveau kann ich auf Anhieb in die Top Ten springen", sagte er am Donnerstagmorgen in Kloten vor dem Abflug nach Polen, wo am Wochenende in Wisla die Weltcupsaison eröffnet wird. "Mir hatte im Sommer die Lockerheit teilweise gefehlt. Die Bronzemedaille gab zwar Vertrauen, aber eben auch Druck."

Die FIS hat auf diese Saison in den Regularien keine Veränderungen vorgenommen. Weder am Material, noch am BMI-Index. Gleichwohl versuchte Peier nicht bloss, die Parameter seiner WM-Form zu verinnerlichen. Er justierte den für ihn perfekten Sprung im Bereich des Absprungs: Er will sich nach dem Take-off etwas länger in die Höhe tragen lassen. Dies kann er über den Beugewinkel in der Hüfte steuern. Gleichzeitig versucht der Parfait-Bilingue, die Ski etwas weniger breit und flacher zu führen, um Geschwindigkeit zu machen.

"Nacktspringen"

Um die Kräfte, die auf Körper und Ski wirken besser zu spüren, wendete Peier diesen Sommer erstmals konsequent eine Methode an, die er als "Nacktspringen" bezeichnet. Der Waadtländer fliegt selbstredend nicht ohne Kleidung. Da er aber in einem Renndress der Alpinen steckt, erzeugt der Anzug keinen Auftrieb. Der Stoff der Skisprung-Bekleidung ist luftdurchlässig und erzeugt ein tragendes Polster, das Material der Alpinen hingegen ist windschlüpfrig. "Ich spüre so viel besser, wie ich mich nur vom Körper tragen lassen kann", erklärte Peier, der mit seinen Massen perfekt in einen Anzug von Wendy Holdener passt, die an den Olympischen Spielen in Pyeongchang einen kompletten Medaillensatz gewann. Ein weiterer Vorteil dieser Trainingsform: Durch den fehlenden Auftrieb am Körper lässt sich der Ski besser spüren, weil eine grössere Kraft auf ihn einwirkt.

Trotz der WM-Medaille musste der 24-Jährige einen neuen Sponsor für den Helm auftreiben, beim Skispringer eine der werbewirksamsten Flächen. Das Unterfangen gestaltete sich schwieriger als erwartet, erst vor Kurzem wurde der Vertrag mit einer Firma aus Le Locle abgeschlossen. "Die aufwändige Suche hat mir ein bisschen weh getan", gestand Peier. "Nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Wertschätzung für eine Medaille im Skispringen."

Zu Beginn einer Saison mit Skiflug-Weltmeisterschaften setzt sich Peier ein generelles Ziel. "Ich will meinen ersten Weltcup-Sieg", betonte er. Wann, wo und ob schon in diesem Winter wisse er natürlich nicht. "Aber wenn ich mich in den Top Ten festsetzen kann, dann ist es immer möglich." Er werde geduldig bleiben, selbst wenn der Saisoneinstieg nicht optimal gelingen sollte.



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